KALANDOS Ensemble

Karel Boeschoten Violine und Primás
Gyula Boni Bratsche
Csaba Lukács Klarinette
Gyula Csik Cimbalom
Zsolt Boni Kontrabass

 

„Der Arzt heilt den Leib, der Zigeuner die Seele.“ sagt Béla Berkes, der berühmte Zigeunerprimas. Die meisten von uns denken bei ungarischer Volksmusik sofort an die Zigeunermusik, denn diese ist untrennbar mit Ungarns Musikwelt verwoben. Die ungarischen Musiker der Roma entdeckten die ursprüngliche ungarische Volksmusik für sich und machten sie einem breiten Publikum zugänglich. Béla Bartók sprach von „einer neueren ungarischen volkstümlichen Kunstmusik“. Diese Musik hat sich im Laufe der Jahrzehnte stets weiter entwickelt und so sind dann auch berühmte traditionelle Titel gespielt vom Kalandos Ensemble auf neue Art zu hören. Karel Boeschoten hat ein Programm ausgewählt, das die Vielfalt der ungarischen Volks- und Zigeunermusik zeigt: die zusammen gestellten Lieder (Nóta) mit Tänzen (Csárdás) und einem virtuosen Finale (friss Csárdás), Zigeunerromanzen, Werbungstänze und Ausflüge in die rumänische Volksmusik.
„Die Töne, welche der Zaubergeige entstiegen, fielen wie Tropfen einer geistigen Essenz in unser bezaubertes Ohr.“ Der Komponist Franz Liszt beschrieb tief bewegt so sein Erlebnis beim Klang der Zigeunergeige.
Wenn ein Nicht-Zigeunermusiker eine Ungarische Kapelle gründet und diese als Primás (erster Geiger) leitet, kann das fast abenteuerlich genannt werden. Und genau das geschah, als der Niederländer Karel Boeschoten im Frühling 2002 das Ensemble Kalandos - das ungarische Wort für „abenteuerlich“! -gründete. Boeschoten, in vielen Musikrichtungen zuhause, liebt die ungarische Volksmusik seit seiner Jugend. Die anderen Musiker stammen aus Budapest und sind ungarische Zigeuner (Roma), die weltweit auftraten. Das Kalandos Ensemble spielte mit grossem Erfolg an vielen Orten in Ungarn, Deutschland, Schweiz und Frankreich, Jazz Festival Montreux, Davos Festival, Resonanz Festival St. Moritz, als Solisten Ensemble beim Symphonieorchester Biel und 2014 im Smetana Saal mit der Philharmonia Prag.











Presse:
Davoser Zeitung, (Marianne Frey- Hauser)
„Nach der Pause konnte man sich dann voll in die mitreissende fröhliche, gelegentlich auch tief schwermütige Volksmusik aus Ungarn und Rumänien fallen lassen mit dem vom Primgeiger Karel Boeschoten gegründeten Kalandos Ensemble. …. Sie alle musizierten unglaublich variantenreich, lebendig, in intuitiver Harmonie“.

Aargauer Zeitung, (Daniel Rüegg)
„… und da hatten die fünf Musiker einiges zu bieten, angefangen beim Primas Karel Boeschoten, der seine Soli sehr gekonnt und präzise setzte. Aber auch seine Begleiter, der souveräne János Rigó am Cimbalom, der routinierte János Dani an der Contra (Bratsche) und der virtuose Klarinettist Janika Bujka stellten ihr Können mit teilweise halsbrecherischen Soli unter Beweis. Unterstützt wurden sie darin vom absolut „trittsicheren“ Kontrabassisten Pál Sárközi. Da fast alle Roma- Interpreten aus grossen Musikerdynastien stammen, ist dies allerdings nicht weiter verwunderlich und wäre vielleicht keiner besonderen Erwähnung wert, wenn da nicht das Zusammenspiel zwischen ihnen und dem holländischen Primás gewesen wäre, der sich nicht nur auf der Höhe der Geigenkunst zeigte, sondern auch vorbehaltlos von den Roma akzeptiert und unterstützt wurde. Es ist also möglich, völkerübergreifend gute Musik zu machen. Allerdings verlangt dies eine intensive, über Jahrzehnte dauernde Auseinandersetzung mit dem Anderen, wie gerade Boeschotens Werdegang beweist, der schon in seiner Jugend damit begann“.

Thurgauer Zeitung, (Georg Harder)
„….es galt sich frei zu spielen, den Weg zu den Zuhörern zu finden. Doch das Eis war schnell geschmolzen, die Formation drückte aufs Tempo und das Publikum sparte nicht mit Beifall……Melodien aus Ungarn und Rumänien wurden farbig und poetisch interpretiert. Brillante Soli auf dem Cimbalom brachten dabei ungarisches Feuer und Prunk auf die Bühne. Karel Boeschoten verstand es einfühlsam, die angeborene Musikalität seiner Mitspieler durch seine grosse spielerische Kraft mitreissend zu ergänzen“.

Generalanzeiger Bonn, (Susanne Haase- Mühlbauer)
„ Was ist abenteuerlich an einer Gruppe, die eben diese Bezeichnung im Namen führt ? Kalandos-das ungarische Wort für abenteuerlich-ist der Name des 2002 gegründeten Quintetts, das ungarische Volks- und Zigeunermusik zum Schwerpunkt hat. Das ist soweit noch nicht abenteuerlich, zumal vier ungarische Zigeuner mit István Farkas (Bratsche), Dezsö Oláh (Klarinette), János Rigó (Cimbalom) und Pál Sárközi (Kontrabass) der fünfköpfigen Gruppe angehören. Aussergewöhnlich abenteuerlich ist es indes, dass ein Niederländer mit klassischer Ausbildung an der Violine im Quintett die erste Geige spielt. Karel Boeschoten leitet die Gruppe „Kalandos“. „Boeschoten ist ein Stehgeiger im besten Sinne- virtuos, temperamentvoll und bei aller technischen versiertheit immer auch zu Improvisationen fähig.
Seine Musiker spielen auf Orginalinstrumenten, sind ein anpassungsfähiges Ensemble mit urwuchsigen Solisten. Grossartig ist János Rigó am Cimbalom, meisterhaft Dezsö Oláh an der Klarinette“.

Kölner Stadt- Anzeiger, (Johannes Schmitz)
„… wenn etwa János Rigó die Saiten seines Cimbaloms zum vibrieren bringt und damit die Zurückhaltung des harmonischen Begleitinstrumentes aufgibt, dann vermittelt er eine Ahnung davon, welche Rolle die Musik für sein Volk spielt. ….so steht die Musik im Zentrum, zumal sie beim Ensemble Kalandos nicht nur sehnsuchtsvoll schmachtend, sondern auch überschwänglich und humorvoll daher kommt. Etwa in dem Stück mit dem philosophischen Titel: „Der Pferdekopf ist gross genug um meine Sorgen zu tragen“.